Ein Thermohygrometer ist ein Instrument zur Messung der Lufttemperatur und der relativen Feuchte. Als zentrales Instrument zur Erfassung von Umgebungsbedingungen erfüllt das Thermohygrometer in zwei Bereichen eine entscheidende Funktion:
- Kontrolle des Komforts von Personen in Arbeitsumgebungen, für die gesetzliche Vorschriften mit klar definierten Parametern bestehen (eine Privatperson benötigt in der Regel keine hochgenauen Instrumente, um zu Hause Messungen durchzuführen).
- Kontrolle der Luftparameter in bestimmten Bereichen wie Museen, klimatisierten Umgebungen (chemischen Laboren, Waren- und Transportlagern, Lebensmittellagern, Pharmalagern) sowie Räumen, in denen besondere Produktionsprozesse bzw. -zyklen ablaufen. In diesen Fällen müssen die Messungen präzise, genau und rückführbar sein.
Nehmen wir ein für uns relevantes Beispiel: Unsere Labore arbeiten unter kontrollierter Temperatur und Feuchte. Die Aufzeichnungen dieser Parameter werden regelmäßig von der zuständigen akkreditierten Stelle überprüft, in unserem Fall ACCREDIA. Die Temperatur und Feuchte der Labore werden als Umgebungsparameter in den Zertifikaten erfasst, die wir nach der Kalibrierung der Instrumente ausstellen.
Wie oft sollte ein Thermohygrometer kalibriert werden?
Es empfiehlt sich, das Thermohygrometer jährlich zu kalibrieren. In jedem Fall sind stets die Vorgaben der einschlägigen Normen des jeweiligen Sektors zu prüfen, und auch die Nutzungshäufigkeit sowie der Wartungszustand des Instruments sind zu berücksichtigen.
Wie läuft die Kalibrierung eines Thermohygrometers ab?
Wenn das Instrument bei uns eintrifft, wird zunächst eine Eingangsprüfung durchgeführt, um sicherzustellen, dass es ordnungsgemäß funktioniert. Das Instrument wird erfasst und an das Kalibrierlabor gesendet. Dort erfolgt eine weitere Prüfung. Außerdem wird abgewartet, bis sich das Instrument an die Umgebungsparameter des Labors (23 °C, 50 % rF) angeglichen hat.
Anschließend wird das Thermohygrometer in eine Klimakammer gestellt, in der Temperatur und Feuchte stabil gehalten und mit einem Referenzthermometer sowie einem Spiegel-Hygrometer gemessen werden. Das Spiegel-Hygrometer misst die Taupunkttemperatur, aus der sich in Kombination mit der vom Thermometer gemessenen Temperatur die relative Feuchte ableiten lässt. Der mit dem zu kalibrierenden Thermohygrometer erfasste Messwert wird mit den beiden Referenzmesswerten verglichen.
Der Vorgang wird für vier verschiedene Temperaturwerte (4 °C, 23 °C, 40 °C, 58 °C), vier Feuchtewerte (25 % rF, 45 % rF, 65 % rF, 85 % rF) sowie für den Rückkehrpunkt bei 45 % rF und einer Temperatur von 23 °C wiederholt. Für jeden Messpunkt werden Instrumentenfehler und Messunsicherheit angegeben.
Wie lange dauert der Kalibrierprozess eines Thermohygrometers?
Für den Teil der Lufttemperatur beträgt die für die Kalibrierung erforderliche Zeit 2 Arbeitstage: Die Stabilisierung für jeden Messpunkt wird nach etwa 4 Stunden erreicht.
Für den Teil der relativen Feuchte wird nur ein Arbeitstag benötigt, da die Kammer für die thermische Stabilisierung etwa einen halben Tag benötigt: Anschließend werden etwa 40 Minuten für die Stabilisierung des Feuchtepunkts benötigt.
Insgesamt nimmt die Tätigkeit somit etwa 3 Arbeitstage in Anspruch.
Das vom Senseca Calibration Centre ausgestellte Zertifikat zeigt den in jedem Schritt durchgeführten Prozess. Hier finden Sie ein Muster des ausgestellten Zertifikats.